Geschichte


Die Thraken sind indoeuropäisches Volk, dessen Geschichte vom Anfang des dritten Jahrhunderts vor unserer Zeitrechnung bis zum sechsten Jahrhundert nach unserer Zeitrechnung auf dem Territorium des Süd-Osteuropas und des Nordwestlichen Kleinasiens nachgeforscht wurde.

Der Aufstieg des politischen Lebens der Thraken und sowie der thrakischen Kultur datiert zwischen dem sechsten und dritten Jahrhunderts vor unserer Zeitrechnung. Die bekanntesten Reiche in Kolossalthrakien sind diese der Triballien, Getanen, Bässen und an erster Stelle der Odrissen. Im Moment befinden wir uns auf ihrem Territorium. Das Zentrum des Odrissen-Reiches liegt zwischen den Flüssen Maritza und Tundja, es umfasst auch die Gebirgen Strandja und Sakar, sowie Srednogoriegebiet von Kabile bei Jambol bis zum östlichen Landesgrenze von Sofia.

Die Pracht des Odrissen-Zarenpalastes wurde in den Kurzgeschichten der uralten Erzähler beschrieben. Zugleich ist diese Pracht in den auf Befehl des Herrschers gebauten Grabhügeln und Tempeln im “Tal der Zaren”, westlich von Kazanlak, wie auch bei den entdeckten Gold- und Silbergegenständen überzeugender ausgedrückt.

Die archäologischen Angaben sind der beste Nachweis, dass nach dem Mord des Odrissenherrschers Kotis der Erste (380 - 359) weder Philip der Zweite, noch sein Sohn Alexander Der Große Land der Odrissen erobern konnten. Der Herrscher dieses Landes war Sevt Der Dritte, wahrscheinlich Sohn von Kotis Der Erste.
Trotzt dem Einfluss der griechischen und kleinasiatischen Kulturen, unterscheidet sich die thrakische Kultur durch den Glaube an Unsterblichkeit. Die Thraken glaubten, dass zwei Wege zur Unsterblichkeit führen: der erste Weg weist den Glauben an den ewig sterbenden und zur Welt kommenden Gott Zagrej, der dem griechischen Gott Dionis ähnelte. Der zweite Weg ist nur für ins Geheimnis Eingeweihten, die sich selbst durch Trost vervollkommnen und glauben, dass sie nach dem Tode Anthropodämonen werden. Einige der Grabhügel im “Tal der Thrakischen Zaren” sind Tempel zur Einweihung der Aristokraten-Orphiker und waren zu deren Vergötterung bestimmt; andere wurden als Tür des unterirdischen Lebens angenommen.

Das Thrakische Grabmal bei Kazanlak ist das erste der neun bulgarischen Denkmäler, die in die Liste der von der UNESCO unter Denkmalschutz gestellten Objekte in der Welt aufgenommen wurde. Das Grabmal wird mit dem Odrissenherrscher Sevt Der Dritte verbunden.

Sevt erscheint auf der historischen Bühne noch vor dem Tode von Alexander in Babylon im Jahre 323 vor unserer Zeitrechnung. Er setzt seine Macht mit fester Hand durch. Als erfahrener Diplomat und ein hervorragender Krieger nutzte Sevt die Wettstreite zwischen den Erben von Alexander der Große und so widerstand er seinem Besitz. Sein Gegner im Heer von Alexander der Große war der erstklassige Heerführer, der königliche Lisimach, der Thrakien von Alexander bei der Erbaufteilung bekommt. Die griechischen Städte am Schwarzmeerküste unterstützten Sevt bei seinen Schlachten, einige Kriege führte er allein. In den letzten zwanzig Jahren des vierten Jahrhunderts bis zum Anfang des dritten Jahrhunderts vor unserer Zeitrechnung war Lisimach in einem ewigen Kriegskonflikt mit Sevt Der Dritte; Lisimach verliert seine Positionen und wurde gezwungen seine Macht zu an den Meeresküsten und Hinterland einzuschränken.

Drei lebend überstehende und weltberühmte Denkmäler sind eine Nachweis für die Macht und die Würde von Sevt Der Dritte.

Die Hauptstadt des Odrissenreiches am Ende des vierten Jahrhunderts und am Anfang des dritten Jahrhunderts vor unserer Zeitrechnung ist Sevtopolis. Der Zar errichtet die Stadt als typisch thrakische Zarenresidenz mit Palast und Tempel in der inneren Festung. Sevtopolis liegt heute am Grund der Talsperre “Koprinka” zwischen “Tundja”-Fluss und “Sredna gora”-Gebirge. Die Hauptstadt ist in einem freien Gegend errichtet und ist ein Architekturergebnis der früheren hellenischen Epoche.

Das Goldgeschirr der früh-hellenischen Epoche bestehend aus neun Gefäßen mit Gesamtgewicht 6,5 (sechs Komma fünf) Kilogramm reines Gold wurde bei Panagjuriste entdeckt. Das Geschirr ist aus dem Jahre 323 vor unserer Zeitrechnung nach dem Tode von Alexander bis zu Eindringen der Kelten im Jahre 280 datiert. Es ist eine Opfergabe von Sevt der Dritte in den Schoss der Großen Göttin-Mutter. Der Zar hat den rituellen Goldgeschirr im Boden begraben und so hat er sein Vereinigen mit der “Zarin-Erde” verwirklicht; nach seinem Begräbnis wird er wieder aus der Erde zum Leben.

Im Kuppelbau des Grabmals befindlichen hervorragenden Wandmalereien zählt man zu den am besten erhaltenen Meisterwerken der Architektur und Wandmalerei vom Anfang des dritten Jahrhunderts vor unserer Zeitrechnung. Gleichzeitig ist das Grabmal ein Nachweis für den Glaube der thrakischen Zaren-Orphiker an der Unsterblichkeit. Dieser Glaube beruht auf mysteriösen Wissen für den Weg zum Jenseits. Dieses Wissen betrifft das Weltallleben und die Energie im Weltall, an der Energie der Orphiker gewidmet ist.